Zur Abwechslung mal wieder was von mir. Diesmal möchte ich mein Modell nicht nur vorstellen wenn es fertig ist. Ich möchte euch am Bau teilhaben lassen, also ein Baubericht. Er soll dazu dienen, weniger erfahrenen Modellbauern die Angst vorm Umbauen und Lackieren zu nehmen, aber auch von Bastlern mit mehr Erfahrung Tips, Tricks, Kritik und Lob zu erfahren. Ich will ja schließlich auch was lernen.
Zur Geschichte: Im Jahr 1975 wurde in Bad Schwabenburg auf Grund der immer steigenden Einsätzen der technischen Hilfeleistung ein zweiter RW 3 beschafft. Das Fahrzeug wurde von der Firma Ziegler in Giengen an der Brenz aufgebaut. Als Fahrgestell diente ein Mercedes-Benz LAK 1824. Im Unterschied zum RW 3 der Feuerwache 1 (Magirus Deutz, Baujahr 1965) erhielt das Fahrzeug lediglich eine Truppkabine. Der RW 3 der Feuerwache 4 versah seinen Dienst bis Ende der 90er Jahre und wurde durch einen Abrollbehälter ersetzt.
Zum Modell: Erstmal muss ich sagen, dass ich nicht weiß, ob dieses Fahrzeug in Wirklichkeit existiert. Es sind mir zwar Ziegler RW 3 auf dem großen MB Fahrgestell bekannt, diese haben jedoch Staffelkabinen (Darmstadt und Freiburg). Die BF Hamburg hatte mal einen RW 3 Trupp auf dem schweren Hauber, dieser hatte jedoch einen Bachertaufbau. Ziegler fertigte mindestens einen RW 3 Trupp, jedoch auf dem kleinen Kurzhauber LF 1519. Also ist die Kombination des schweren Fahrgestells mit diesem Aufbau durchaus denkbar.
Vor Jahren erstand ich für 30 Mark einen Resinbausatz eines RW 3 Staffel der BF Darmstadt auf einer Modellbörse. Damals steckte die Kleinserienproduktion in den Kinderschuhen. So sind Aufbau und Kabine von mäßiger Qualität, das Fahrgestell jedoch völlig unbrauchbar. Der Aufbau ist ein Abguss des Tro-TLF von Preiser, welcher lediglich um eine Zelle nach vorne erweitert wurde. Hersteller ist mir leider nicht bekannt. Vermutlich MEK oder Gollwitzer.
Das Fahrgestell stammt vom Preiser WLF, Kabine aus der Bastelkiste, der hintere Kotflügel vom Preiser TLF 24 (Bachert).
Als Fahrgestell dient der Rahmen des WLF MB-Hauber von Preiser. Dieses musste zwar im Radstand gekürzt, der Rahmen muss jedoch nach hinten verlängert werden. Hier kommt ein Stück Fahrgestell aus der Bastelkiste zum Einsatz.
Die Schnitte wurden mit Plastiksheet verstärkt.
Das Mitteldifferential wird mit einem Stück Plastiksheet unterfüttert und nach hinten versetzt. Dadurch müssen der Antriebsstrang zum Differential und die beiden Antriebswellen zur Vorder- bzw. Hinterachse neu erstellt werden. Hierbei Rundmaterial von Evergreen verbaut. Das hintere Wellengelenk kommt wieder aus der Bastelkiste.
Hier sind das versetzte Mitteldifferential und die selbst erstellten Antriebswellen zu erkennen.
Eine Draufsicht auf das geänderte Fahrgestell. Die Auspuffanlage fehlt noch.
Der Aufbau muss von Grat befreit werden. Einige Luftblasen werden verspachtelt und verschliffen.