Hallo,
auf den ersten Blick scheinen die Unterschiede nur im Bereich der Haube zu liegen......
Aber beim Blick auf die beiden Vorbildfotos fallen noch mehr Unterschiede auf:
- vordere Kotflügel größer - bedingt durch die größeren Reifen (10 R 22,5 zu 8,25-20)
- andere Trittbrettkästen
- anderer Zwischenpodiumsbereich (Teil zwischen Kabine und Geräteraumbereich)
- andere Ausführung des Geräteraumpodiums
- andere Ausführung des Aufrichterahmens und des Drehleitergetriebekastens
- andere Ausführung des Leiterparks (senkrechte und schräge Streben)
In der Regel waren die auf dem S 6500 aufgebauten Drehleitern noch mit einem mechanischen Leitergetriebe und dem alten Leiterpark der Kriegs- oder frühen Nachkriegsbauweise mit anderen Holmprofilen und Verstrebungen ausgeführt.
Die schweren Fahrgestelle wurden aufgrund der höheren Belastbarkeit und Standfestigkeit oftmals gewählt.
Die als Wiking-Modell bekannte DL 25 (u.a. Düsseldorf bei J. Truckenmüller gut dokumentiert) entsprach im wesentlichen auch der alten Bauform, hier allerdings auf den S 3500-Fahrgestell.
Mit Umstellung auf hydraulische Ausführung bei Drehleitern (wie im zweiten Bild dargestellt) wurde auch ein anderes Holmprofil (schlanker, aber trotzdem stabiler) und eine dreieckige Verstrebung zwischen Holm und Obergurt der Leiterteile realisiert.
Das Podium wurde hier auch überarbeitet, sowohl im Geräteraumbereich als auch im Zwischenbereich.
Das Leitergetriebe und der Aufrichterahmen wurden ebenfalls komplett überarbeitet (geschlossener glattblechiger "Kasten" im Bereich des Leitergetriebes).
Bis 1965 wurden die DL 30h zumeist mit Fallhaken als Einfahrsicherung ausgerüstet (wie bei einer Schiebleiter) (Bilder bei bos-... unter München, Düsseldorf (hier auch bei J.Truckenmüller zu finden)), ab Mitte 1965 wurden die ersten Drehleitern mit hydraulischer Sprossensperre ausgeliefert (Bilder dazu bei bos... z.B. Delmenhorst) - damit entfiel auch die gerne als +2 in der Typenbezeichnung zu findende Handausschubleiter.
Diese war bei Fallhakenleitern notwendig, da es hier festgelegte (im 30 cm-Raster = Sprossenabstand) bedingte Auszuglängen gab - beim Anleitern an Fenster oder Dächer konnte somit ein gewisser Abstand zwischen Leiterspitze und Anleiterstelle verbleiben und um diesen zu überbrücken brauchte man eben die Handauszugleiter.....
Bei den hydraulischen Sprossensperren war eine unabhängig von der Sprossenüberdeckung der Leiterteile variable Leiterlänge bis zur Maximallänge möglich.
Erkennbar sind diese Leitern an dem "Metallkasten" unter dem ersten (untersten) Leiterteil knapp vor der Windschutzscheibe über der Motorhaube.
Ab 1965 gab es auch die Möglichkeit eines an der Leiterspitze einhängbaren , noch zwangsgesteuerten Rettungskorb in Rohrausführung ohne Blechverkleidungen.
In dem Zusammenhang ist mir bei der Preiser-Eckhauber-Drehleiter eine Sache aufgefallen: Im obersten Leiterteil ist an der Spitze ein gebogener vorderer Abschluss vorhanden, so wie er z.B. für die Aufnahme eines RK-HZ notwendig war.....allerdings handelt es sich bei der Preiser-DL 30 aber eigentlich um die Fallhaken-Ausführung des Leiterparks....und die hatten - wie auch die Fahrzeuge mit hydraulischer Sprossensperre - keinen Korb und am vorderen Ende der Leiterteile einen schrägen Abschluß... (Fahrgestelle 150 D 10)
Den "Bügelabschluß" hatten dann eigentlich erst auch die Drehleitern ohne Korb, die auf dem späteren Fahrgestell 150 D 11 aufgebaut waren.....
Zurück zum Direktvergleich....
Die Abstützungen sind bei den S 6500-Leitern und den S 3500 / Mercur - Leitern auch unterschiedlich, die Abstützbalken sind anders konstruiert. Lediglich die Fallspindeln sind bei beiden Fahrzeugen gleich....
Die Kabinenform ist bei den S 6500- und S 3500 / Mercur - Typen auch unterschiedlich. Die älteren Fahrzeuge hatten eine Kabine mit hohem Holzanteil, die neueren Leitern besaßen dann die Ganzstahlkabine (wobei da auch an manchen Stellen auch noch Holz zu finden ist (die 1:1-Besitzer werden wissen wo....)
Die Kabinen sahen zwar noch ähnlich aus, aber sind doch unterschiedlich....
das wären jetzt mal so die wesentlichsten Unterschiede zwischen den beiden Fahrzeugen......im Detail ist da sicherlich noch viel mehr zu finden....
DL auf S 6500 im Modell:
Im Modell könnte man für das Leitergetriebe, den Aufrichterahmen und das Podium ggfs. auf die DL 22 von ROCO zurückgreifen. Die hat noch das mechanische Leitergetriebe und den passenden Aufrichterahmen.
Leiterpark wäre (wie auch die den Berliner Treppen beschrieben) mittels eines alten Herpa-Metz-Leiterparks machbar....
Bleibt noch eine Menge Detailarbeit bei Kabine, Podium, Fahrgestell, ...
Gruß
Christian
PS: Vielleicht kommen ja noch weitere Infos zur DL-Historie bei Magirus aus berufenerem Munde....
Bilder:
DL 30 DEL:
https://bos-fahrzeuge.info/einsatzfahrz ... st_1130_aD
München: späte Ausführung Leiterpark ab 1965
https://bos-fahrzeuge.info/einsatzfahrz ... 0233-02_aD
Düsseldorf: frühe Ausführung Fallhaken Eckhauber
http://alt.jtruckenmueller.de/3/2345/2345_DLK.htm
Düsseldorf: dto als Rundhauber
http://alt.jtruckenmueller.de/3/2274/2274_DLK.htm
Düsseldorf: DL 25 mechanisch
http://alt.jtruckenmueller.de/3/2283/2283_DLK.htm
PS 2: Bei dem in Beitrag 2 oder 3 dargestellten Drehleiter auf S 6500 ist zwar noch das mechanische Leitergetriebe zu sehen, aber schon der modernisierte Leiterpark mit diagonalen Streben....es gab auch welche mit senkrechten und diagonalen Streben......z.B. Köln auf S 6000 (Quelle: Paulitz, Feuerwehr-Veteranen, Seite 99)