Ich fang' mal wieder was an....
Diesmal was exotisches, und zwar den Fire & Rescue Service Gibraltar.
Ich war im Urlaub schon öfter da und mag die Mischung aus Großbritannien und Spanien sehr - vor allem wenn abends die Tagestouristen den Ort verlassen haben.
Kurz was zum Hintergrund - wen's nicht interessiert der kann ja vorscrollen...

Die Halbinsel Gibraltar ist seit 1704 britisch besetzt und wurde 1713 in einem bis heute völkerrechtlich bindenden Vertrag Großbritannien zugesprochen.
Dennoch ist Gibraltar bis heute Anlass für Konflikte zwischen Spanien und GB, was sich zum Beispiel in teilweise quälend gründlichen Grenzkontrollen äußert.
[Wikipedia-Karte]
Von Spanien kommend schließt sich nach der Grenze der Flughafen an, die Zufahrtsstraße kreuzt niveaugleich (!) die Landebahn, ähnlich einem Bahnübergang.
Der Flughafen ist eine militärische Einrichtung, den Brandschutz stellt die Royal Air Force sicher.
Eine Handvoll ziviler Flugverbindungen täglich nutzen die RAF-Einrichtungen.
Der Rest von Gibraltar besteht aus einem steilen Felsen an dessen etwas flacherer Westseite die Stadt und der Hafen liegen.
Die Stadt hat etwa 35000 Einwohner, dazu kommen in der Saison zahlreiche Touristen.
Die noch unzugänglichere Ostseite ist mehr oder weniger unbewohnt, von einer Hotelanlage und einer Handvoll Häusern entlang einer Ringstraße mal abgesehen.
Die früher herausragende strategische Bedeutung Gibraltars hatte zur Folge daß hier lange das Militär das Sagen hatte, die Streitkräfte sorgten auch für den Brandschutz, der seit über 150 Jahren in organisierter Form existiert.
Immer mal wieder (mit Unterbrechungen) gab es zivile Feuerwehrkräfte zur Unterstützung, und seit dem Ende des zweiten Weltkriegs ging die Verantwortung für die Feuerwehr dann schrittweise auf die Stadtverwaltung über.
Dennoch gibt es bis heute zwei Militärfeuerwehren - die schon erwähnte RAF-Feuerwehr die sich um das Flughafengelände kümmert und eine (kleine) Feuerwehr der Royal Navy die für das Hafengebiet zuständig ist.
Beide üben regelmäßig die Zusammenarbeit mit der städtischen Feuerwehr.
Das Stadtgebiet ist dicht bebaut und von sehr engen und steilen Straßen mit zum Teil lächerlich geringen Kurvenradien bestimmt.
Das hat natürlich auch Einfluss auf den Fuhrpark.
Wie überall anders auch wurden auch die Feuerwehrfahrzeuge britischer Hersteller mit den Jahren immer größer und schwerer.
Das hatte zur Folge dass ab einem gewissen Punkt handelsübliche Löschfahrzeuge in Gibraltar kaum noch genutzt werden konnten, weil sie durch die engen Straßen nicht mehr zum Einsatzort gelangen konnten.
Das traf besonders auf das letzte "normale" LF zu, einen Dennis F48 der 1973 beschafft und kaum genutzt bereits 1976 wieder verkauft wurde.
Parallel dazu entstand das Konzept der "Light Units", kleinerer wendigerer Einheiten die sich mit unterschiedlicher Beladung je nach Einsatz gegenseitig ergänzen.
Pilotprojekt war ein Fahrzeug das von Carmichael 1975 auf einem dreiachsigen Range Rover aufgebaut wurde. Das Fahrzeug bewährte sich gut und es wurden bis 1981 drei weitere angeschafft.
Das Konzept mit vier bis fünf unterschiedlichen Light Units hat sich über die Jahre bis heute auf verschiedenen Fahrgestellen erhalten.
Die Feuerwehr ist darüber hinaus mit einem Fahrzeug am Rettungsdienst beteiligt, es gibt weitere Rettungsdienstfahrzeuge in anderer Trägerschaft (Krankenhaus und St. John's glaube ich).
Jährlich sind etwa 1500 Einsätze abzuarbeiten, davon ca. 1/3 Brände (incl. Fehlalarme), der Rest Hilfeleistungen aller Art.
Der aktuelle Fuhrpark (2017) besteht aus 15 Fahrzeugen, dazu kommt noch ein Boot und vier Motorroller für Besorgungen und Personentransport.














Ehemalige Fahrzeuge:
1990er/2000er Jahre





1970er/1980er Jahre




1950er/1960er Jahre




Anfangsbestand 1940er Jahre





