* Nordstadt > Feuerwehr-Vierrad, Schoedelin, Bj. 1896

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Jürgen Mischur
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* Nordstadt > Feuerwehr-Vierrad, Schoedelin, Bj. 1896

Beitrag von Jürgen Mischur »

:shock: WASSNDASS...? :shock:

Bild
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Christian Wernig
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Re: Nordstadt > Exponate aus dem Feuerwehrmuseum

Beitrag von Christian Wernig »

Hallo Jürgen,

Also spontan erinnert mich das an die Rikscha aus dem Italien-Urlaub! :D
Aber als Einsatzfahrzeug ist mir die noch nie untergekommen!

LG, Christian
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Jochen Bucher
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Re: Nordstadt > Exponate aus dem Feuerwehrmuseum

Beitrag von Jochen Bucher »

Hallo Jürgen,

das ist ein Pferdeersatztretomobil, Indienststellung Nordstadt 01.04.1904!
Wahlweise als Fahrzeug für der Comandeur oder Zugfahrzeug für eine Einachs-Handdruckspritze.
Grüße aus Hochfranken
Jochen

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Re: Nordstadt > Exponate aus dem Feuerwehrmuseum

Beitrag von René Huter »

wird das ein Zugtrupprad :?: 8) :mrgreen:
Gruß aus der schönen Hansestadt Lübeck

Rene
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Gerard Gielis
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Re: Nordstadt > Exponate aus dem Feuerwehrmuseum

Beitrag von Gerard Gielis »

MfG

Gerard
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Jürgen Mischur
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Re: Nordstadt > Exponate aus dem Feuerwehrmuseum

Beitrag von Jürgen Mischur »

Alles richtig - und doch falsch! :wink: Das wird ein VLF, s.h. ein Vorauslöschfahrrad! :mrgreen:

Mal Spaß beiseite: Es gab Ende des 19. Jahrhunderts tatsächlich ein Feuerwehr-Vierrad :shock: - entwickelt aus dem sog. Sicherheits-Niederrad, das um 1890 an die Stelle des Hochrades trat! Und irgendwann hatte ich irgendwo davon mal ansatzweise was gelesen; lang lang ist 's her...

Da mir die Geschichte der Brandbekämpfung und deren "Erforschung" momentan ziemlich viel Spaß macht, habe ich nach weiteren Infos zum Vierrad gesucht - und gefunden!
Dinglers Polytechnisches Journal, Band 301, Jahrgang 1896, hat geschrieben:[Die Abbildung] zeigt ein Feuerwehrvierrad in Verbindung mit einer Rotationspumpe, die zwischen den beiden Hinterrädern angebracht ist. Vorn zwischen dem Gestell ist der Spritzenschlauch auf einer Haspel aufgewickelt und zu beiden Seiten dieser Haspel liegen die Saugschläuche. Die Maschine ist mit vier Mann besetzt, die sich in die Rettungsarbeiten theilen. Am Brandplatz angekommen, steigt die Mannschaft ab, wovon drei die Schläuche anschrauben, während der vierte die Stütze a herunterschlägt, wodurch die Hinterräder in die Höhe gehoben und mit der Pumpe gekuppelt werden. Nun steigt die Mannschaft wieder in den Sattel und setzt durch Treten die Hinterräder, die jetzt als Schwungrad der Pumpe dienen, in Umdrehung und die Pumpe tritt in Thätigkeit. Wie die Versuche ergaben, schleudert diese Pumpe in der Stunde 20 cbm Wasser bei einem waagerechten Strahl von etwa 33 m und einem senkrechten Strahl von etwa 25 m. Die ganze Maschine wiegt etwa 60 kg.
Many utility cycles have been used for emergency situations. These include the Schoedelin Fireman's Quadricycle used in Paris in the mid-1890s, which had four riders and four wheels.
Feuerwehr-Vierrad bereit zum Abmarsch: https://abload.de/image.php?img=7wctc4dxrvk7c.jpg
Feuerwehr-Vierrad in Aktion: https://abload.de/image.php?img=jcznfg7pnwkze.jpg

Leider habe ich bei meiner Recherche erst recht spät diese beiden Vorbildzeichnungen entdeckt, so dass mein erster Versuch ein Vierrad zu bauen wahrscheinlich nicht wirklich das Gelbe vom Ei wird! Vielleicht werde ich einfach nochmal von vorn anfangen - vorausgesetzt ich finde noch ein paar Teilespender in Form von Preiser-Fahrrädern, Art. 17161.

Strampelnde Grüße, Jürgen :D
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Re: Nordstadt > Exponate aus dem Feuerwehrmuseum

Beitrag von Johannes Peter »

Na da bin ich mal gespannt Jürgen,

deine Exponate werden ja immer ausgefallener, die Idee finde ich nicht schlecht und der Rohbau sieht super aus. Aber das Modell kann einfach nur super werden.

Weiter so und immer weiter treten denn der Berg ist lang :wink:

Gruß Johannes
Viele Grüße aus dem schönen Mittelhessen
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Jochen Bucher
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Re: Nordstadt > Exponate aus dem Feuerwehrmuseum

Beitrag von Jochen Bucher »

Jetzt weiß ich, warum es eine Radweltmeisterschaft der Feuerwehren gibt - 2000 in Augsburg - ich war dabei :wink:
Und warum die Münchner eine eigene Rad-Mannschaft haben!
Alles geschichtliche Hintergründe!

Und wieder was dazu gelernt!

Bin schon auf die Pumpfunktion gespannt...
Grüße aus Hochfranken
Jochen

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Wolfgang Brang
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Re: Nordstadt > Exponate aus dem Feuerwehrmuseum

Beitrag von Wolfgang Brang »

Hallo Jürgen,
es ist schon phänomenal was du für Kuriositäten ausgräbst. In diesem Zusammenhang fällt mir noch das Tretomobil aus Charlottenburg (?) zu ein.

Gruß
Wolfgang
, der mit den grossen roten/ blauen/ orangenen und grünen Modellen!!!
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Arne Klemz
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Re: Nordstadt > Exponate aus dem Feuerwehrmuseum

Beitrag von Arne Klemz »

Wolfgang,
meinst du dieses wunderbare Teil, bei dem die Mannschaft quasi auf zwei Platten stand und durch Treten das Fahrzeug in Bewegung setzten? Nach alten Berichten soll spätestens beim Eintreffen an der Brandstelle die Besatzung mehr oder weniger erschöpft vom Fahrzeug gefallen sein. :roll:

Arne grüßt!
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Jürgen Mischur
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Re: Nordstadt > Exponate aus dem Feuerwehrmuseum

Beitrag von Jürgen Mischur »

Das war der "Ganswindt'sche Tretmotorwagen", zur Erprobung 1894 bei der Berliner Feuerwehr eingesetzt. Und das Ding fuhr schneller als alles andere zur damaligen Zeit! :shock:
Allerdings mit dem von Arne erwähnten klitzekleinen Nachteil, dass die Mannschaft - am Einsatzort angekommen - nicht mehr zu gebrauchen war... :mrgreen:
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Wolfgang Brang
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Re: Nordstadt > Exponate aus dem Feuerwehrmuseum

Beitrag von Wolfgang Brang »

Hallo Jürgen, genau den meinete ich.

Aber ich habe gerade noch eine Info zu diesem Artikel bekommen http://wheelbike.blogspot.de/2012/02/fi ... -1910.html Dort gibt es auch eine "Staffelausführung" für 6 Einsatzkräfte. So würde sich ein Neuanfang auch wirklich rentieren .

Ich sehe schon einen "Velociped- Löschzug" entstehen. Mit dem Zugführer auf dem Hochrad :wink: Ich glaube ich höre jetzt besser mit weiteren Kommentaren an dieser Stelle auf. Mann muss wissen wann Schluß ist.

Gruß
Wolfgang
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Jürgen Mischur
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Re: Nordstadt > Exponate aus dem Feuerwehrmuseum

Beitrag von Jürgen Mischur »

Noch genialer als dieser Tretmotorwagen ist m.E. der Magirus-"Löschtrain mit Tretspritze" von 1898: Dabei diente die menschliche Muskelkraft aber nicht der Fortbewegung sondern dem Antrieb der eingebauten Pumpe - nur eben mit den immerhin 12 Mann Besatzung einer etwas größeren als beim Vierrad! Zur Einsatzstelle gezogen wurde das Fahrzeug aber weiterhin durch die bewährten Hafermotoren. :wink:

Vor Ort angekommen war dann Schluß mit faul herumsitzen, dann hieß es "Alle Mann aufstehen und treten!". 8) Theoretisch konnte das auch von jedem Anwohner oder Passanten übernommen werden, wenn die Feuerwehrkräfte nicht ausreichten bzw. abgelöst werden mussten.

Auch diese Tretspritze würde ich zu gerne nachbauen, wenn ich noch ein paar mehr Details über die Funktionsweise herausbekomme. Eine Heckansicht oder das Gefährt mal ohne Personen wäre optimal! :D

Historische Grüße, Jürgen
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Henning Wessel
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Re: Nordstadt > Exponate aus dem Feuerwehrmuseum

Beitrag von Henning Wessel »

Es ist doch immer wieder spannend zu sehen, was der menschliche Erfindergeist im Laufe der Jahrhunderte so ausgebrütet hat. :D Und genauso spannend wird es sein zu sehen, was Jürgens Bastelgeist davon noch alles durch seine Miniaturisierungsmaschine jagt! :D

Gruß,
Henning
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Olaf Monitzkewitz
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Re: Nordstadt > Exponate aus dem Feuerwehrmuseum

Beitrag von Olaf Monitzkewitz »

Mahlzeit Jürgen,
Jürgen Mischur hat geschrieben:Auch diese Tretspritze würde ich zu gerne nachbauen, wenn ich noch ein paar mehr Details über die Funktionsweise herausbekomme. Eine Heckansicht oder das Gefährt mal ohne Personen wäre optimal! :D
hast Du von Manfred Gihl den Band 1 von "Geschichte des deutschen Feuerwehrfahrzeugbaus" aus dem Kohlhammer Verlag in deinem Fundus? Auf Seite 7 und 8 wird der Löschtrain erwähnt. Bei der ersten Version der Tretspritze sollte der Pumpenantrieb über die Zugpferde erfolgen. Auf dem Wagen befand sich ein Gliederband, dass die Pferde in Bewegung setzen und so die Pumpe antrieben sollten. Der Verkaufserfolg war bei dieser Version aber noch bescheidener als bei dem Folgemodell.

Das Folgemodell (sehr interessantes Foto übrigens, habe hier in meinen Büchern nur die damalige Katalogzeichnung) wird auch etwas beschrieben. Die Mannschaft, bestehend aus 12 Mann, tritt abwechselnd auf in längsrichtung angeordnete Bretter und treibt so die Pumpe an. Als Förderleistung der Kolbenpumpe wird 280 l/min genannt. Als weitere Quelle mit 2 Fotos und einer Beschreibung zu der Tretspritze wird das Buch "Feuer Schutz und Trutz. Wesen und Wirken unserer Feuerwehren" von Molitor aus dem Jahre 1902 genannt. Bei den Fotos würde ich mich jetzt aber nicht wundern, wenn es genaue die von Dir verlinkten Bilder sind.

Viele Grüße
Olaf
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