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Kotflügelform bei Magirus-Eckhaubern

Verfasst: 01.02.2008, 01:26
von Harald Karutz
An die Magirus-Experten hier im Forum habe ich mal eine Frage - bei unserem Ruhrgebiets-Stammtisch konnten wir leider keine Antwort finden!

Bei den Eckhauber-Fahrgestellen gibt es seltsamerweise zwei Varianten der Kotflügel. Ich wüsste gerne, wann (und warum?) welche Variante verwendet wurde... Beim Studium der mir zur Verfügung stehenden Bilder konnte ich weder einen Zusammenhang mit Strassen- oder Allradfahrgestellen noch einen Zusammenhang mit den Trittflächen finden. Gibt es da irgendein System? Wer kann helfen?

Hier noch einmal zur Verdeutlichung:

BildBild

Bin gespannt auf Eure Antworten!

Verfasst: 01.02.2008, 08:35
von Marc Dörrich
Ich meine mal davon gelesen/gehört zu haben, dass

- links: der kleine Eckhauber ist und

- rechts: der große Eckhauber Kotflügel ist.

Also bei den "schwereren" MD-Fahrzeugen (RKW, FlKFZ, GTLF...) war der rechte verbaut und bei den "leichteren" (LF 16, TLF 16) der linke....

Reine Hypothese! :roll: :wink: [/list]

Edit: Wuah! Mir ist erst jetzt aufgefallen, dass das zwei Varianten der "leichten" Kotflügel sind.... nix mkit den Großen... Meine Antwort ist damit also völlig sinnlos :evil:

Verfasst: 01.02.2008, 09:19
von Harald Karutz
Meine Antwort ist damit also völlig sinnlos


:roll: :wink: :P

Also: Wer hat eine bessere Idee?

Verfasst: 01.02.2008, 09:53
von Andreas Kaiser
Auch nur eine Idee: Kann es sein, dass es während der doch recht langen Bauzeit dieser Autos zu einem "Facelifting" kam und somit jeder Kotflügel einer bestimmten Bauzeit zuzuordnen ist?

Verfasst: 01.02.2008, 10:40
von Hinnerk Peine
Der rechte Kotflügel ist der normale Eckhauber-Kotflügel. Der Linke Flügel wurde bei den KatS- und ZS-Fahrzeugen verbaut (LF 16-TS, SKW, TLF 16, uvm). Die Fahrgestelle waren IMHO 120 D 10 A und 125 D 10 A.

Verfasst: 01.02.2008, 10:45
von Andreas Kaiser
Was Hinnerk da schreibt entspricht dem, was ich beim Ansehen der Bilder auf bos-fahrzeuge.info auch gerade feststellen musste. Offensichtlich wurde bei den ZS-Fahrzeugen ein anderer (einfacherer?) Kotflügel verbaut.

Verfasst: 01.02.2008, 11:52
von Uli Vornhof
Andreas Kaiser hat geschrieben:Was Hinnerk da schreibt entspricht dem, was ich beim Ansehen der Bilder auf bos-fahrzeuge.info auch gerade feststellen musste. Offensichtlich wurde bei den ZS-Fahrzeugen ein anderer (einfacherer?) Kotflügel verbaut.


Hallo Harald,
das könnte stimmen, da sind wir gestern abend nicht drauf gekommen!
Also wenn man das so ansieht, dann passt das!

Dann mal los und ran an die Säge!

Grüße Uli

Verfasst: 01.02.2008, 12:33
von Daniel Ruhland
Hallo,

Harald Karutz hat geschrieben:Ich wüsste gerne, wann (und warum?) welche Variante verwendet wurde...

Wann: Schon bei der Eckhauber-Vor- bzw. Übergangsserie, d.h. die äußerst seltene Variante des A 3500 / 4500 mit der alten Kabine aus den 40ern, findet sich diese Kotflügel-Ausführung. Danach unregelmäßig bzw. selten.

Warum: Mit dem Kotflügel ohne den zusätzlichen "Knick" nach unten haben die Eckhauber eine geringfügig größere Bodenfreiheit zwischen den Achsen, weil der Kotflügel nur bis zum Auftritt reicht (ist übrigens auch auf Deinem Foto ganz gut zu sehen).

Das erklärt auch, warum die ZS-Fahrzeuge über diese Kotflügel verfügen, denn diese hatten ja weder Trittbretter noch -kästen zwischen den Achsen und damit eine größere Bodenfreiheit bzw. Rampenwinkel. Handelt sich anscheinend aber um eine Sonderausstattung bzw. wurde nur auf Wunsch verbaut, da sich auch an (Baustellen-) Kippern in der Regel die Kotflügeln mit dem zusätzlichem "Knick" finden. Womit wir auch gleich noch bei diesem Punkt wären: Die Regel waren die Kotflügel mit dem zusätzlichen "Knick", erst recht bei Fahrzeugen mit Trittbrettern- / Kästen, wie bei Feuerwehrfahrzeugen allgemein üblich. Den Preiser Kotflügel würde ich deswegen so nicht verwenden, hat übrigens auch schon Merlau in seiner Besprechung des Eckhauber-SW bemängelt, zumal Preiser für das Modell auch extra die Form umgebaut hat (Winde als neues, separates Teil).


Gruß

Daniel


PS: Die Lösung ist mir ürigens auch erst eben beim kurzen Bildvergleich aufgefallen, hatte mir vorher da noch gar keine so großen Gedanken drum gemacht.

Re: Kotflügelform bei Magirus-Eckhaubern

Verfasst: 01.02.2008, 14:06
von Ulrich Niehoff
Harald Karutz hat geschrieben:... Beim Studium der mir zur Verfügung stehenden Bilder konnte ich weder einen Zusammenhang mit Strassen- oder Allradfahrgestellen noch einen Zusammenhang mit den Trittflächen finden.

Die Fahrzeuge mit dem Straßenfahrgestell(z.B. DL) hatten immer den eckigen Kotflügel, aber in einer deutlich schmaleren Form. (Beispiel:http://galerie.bos-fahrzeuge.info/details.php?image_id=28913). Allerdings wurde diese schmalere Form auch bei den Allradfahrgestellen der schwereren Versionen(z.B. RW 3 St, ZB 6) verwendet.

Gruß Ulrich

Verfasst: 01.02.2008, 15:19
von Klausmartin Friedrich
Hallo.

Hab eben auch mal meine Magirus- Eckhauber- Fotos durchgesehen. Es ist im Wesentlichen so, wie ihr schon geschrieben habt:

Alle ehemaligen LSHD- Fahrzeuge haben ausnahmslos den kurzen Kotflügel ohne Knick, egal aus welchen Fachdienst sie stammen.
Dazu kommen aber noch die (ehemaligen) Fahrzeuge von Polizei (insbesondere BePo) und BGS, die z.T. auch in Feuerwehrdiensten gelandet sind, z.B. als Küchenwagen.
Und dann hab ich noch ein Auto mit kurzen Kotflügeln gefunden: den ehemaligen GW der WF Flughafen Düsseldorf, die so genannte Pommesbude. Leider kann ich Euch momentan davon kein Bild anbieten.

Auf die unterschiedliche Höhe (bzw. Breite, wie man es sieht) der äußeren Abkantung bei Allrad- und Straßenfahrgestellen wurde ja bereits hingewiesen.

Klausmartin

Verfasst: 01.02.2008, 15:37
von Dirk Schramm
Hallo,

also was hier geschrieben wurde, spez. von Daniel, entspricht auch meinem Kenntnisstand (als "Eckhauberfreund"!), aber es wäre nun wieder zu einfach! Besonders die Eckhauber die z.B. beim LSHD (spätere Übernahme durch das THW) landeten, hatten einen besonderen Knackpunkt: Die Durchrostung der vorderen Kotflügel!!! Ältere Kameraden können hiervon ein Lied singen, wie oft sie bei der MAT. 1 mit der Drahtbürste unter den Kotflügeln lagen, Rost abschleifften und Unterbodenschutz strichen! :lol: Wenn sie nun total hinüber waren oder eine Reparatur nicht mehr möglich schien, wurden sie komplett ausgewechselt (kann ich bezeugen unsere beiden MAST - KW`s haben neue bekommen). Diese Kotflügel entstammen dann schon wieder einer "Nachproduktion" von Magirus - Iveco. Es kann daher sein das auch THW Fahrzeuge Kotflügel bekamen die eigentlich für FW Fahrzeuge vorgesehen waren etc..

Alles in Allem ist es aber schon so wie hier beschrieben.

Gruß
Dirk

Verfasst: 01.02.2008, 16:33
von Daniel Ruhland
Hallo,

Dirk Schramm hat geschrieben:[...] hatten einen besonderen Knackpunkt: Die Durchrostung der vorderen Kotflügel!

Kann ich einerseits insofern bestätigen, als ich selbst an Schweißarbeiten (und dem dazugehörigen Rest) zur Wiederherstellung eines Eckhauber-Kotflügels beteiligt war, andereseits scheint der Rostbefall an den Vorderkotflügeln eventuell auch ein ganz besonderes Problem bei Magirus zu sein, tritt nämlich auch bei den Frontlenkern sehr regelmäßig auf (hier an beiden noch vorhandenen Fahrzeugen, GW-Öl Bj. 74 - zwischenzeitlich schon mal ausgebessert/getauscht - und LF 16 TS Bj. 82, an genau den gleichen Stellen, Übergang Kotflügel - "Allradkeil").

Könnte natürlich auch für andere Fabrikate zutreffen, nicht umsonst sind diese Teile heute oft aus Kunststoff.


Gruß

Daniel

Magirus Eckhauber Kotflügel

Verfasst: 02.02.2008, 02:10
von Dietmar Bastian
Hallo zusammen,

die Feuerwehrfahrzeuge wurden auf Feuerwehr-Fahrgestellen aufgebaut, d.h. mit Knick und Falz. Hier ist der z.B. Tank unter der Beifahrersitzbank.

Die ZS und THW-Fahrzeuge wurden auf normale Allrad-Fahrgestelle aufgebaut, ohne Knick, aber mit Falz. Hier ist z.B. der Tank am Fahrgestell. Diese Fahrgestelle entsprachen der normalen LKW-Serie.

Interessant wird es aber bei Straße und Allrad, und den jeweiligen Ausnahmen dazu. Leider stimmen bei der Preiser-Drehleiter die Winkel der Straßenausführung nicht.....:cry:

Schaut euch genau ein Vorbild eines Straßenfahrgestells an und dann einen einzelbereiften THW-Magirus Pritschenwagen aus den Brückenbauzügen. Die Straßenfahrgestelle und diese THW-Magirus haben die gleichen Kotflügel ohne Falz und die gleiche Montageposition an der Haube und Stoßstange. Schaut hier genau auf den Abstand zwischen Unterkante der Motorhaube und dem Kotflügel. :shock: Diese bauliche Besonderheit gibt es nur bei den einzelbereiften Fahrgestellen mit der großen watfähigen Bereifung.

Die ZB6 / RW3 Hauben haben noch andere Besonderheiten, die aber jetzt diesen Artikel sprengen würden.

Viele Grüße aus Maintal

Dietmar Bastian

Verfasst: 02.02.2008, 10:30
von Alfons Popp
Wow! Also dieser Unterschied bei den Kotflügeln ist mir bisher noch nie aufgefallen und ich hab sicher an die 20 oder mehr Eckhauber gebaut... :? Man muss schon sagen, das Forum bildet ungemein! :wink: :lol:

Verfasst: 04.02.2008, 15:39
von Ulrich Niehoff
Hallo zusammen,

zu diesem Thema ist mir noch eine Merkwürdigkeit aufgefallen. In seinem Buch "Die Feuerwehr München und ihre Fahrzeuge von den 60er Jahren bis heute", Band 2 weist Hans-Joachim Profeld auf die Beschaffung zweier SW 2000T durch die BF München im Jahre 1963 hin. Als Fahrgestell wird angegeben: Magirus F Mercur 150 A. Auf zwei Bildern weist ein Fahrzeug, dessen Kennzeichen man nicht erkennen kann, einen Kotflügel(scharz lackiert) mit Knick auf, während auf einem anderen Bild der SW mit dem Kennzeichen M-2290 einen Kotflügel(weiß lackiert) ohne den Knick hat. Dieser Kotflügel entspricht im übrigen genau dem beim Preiser-Bausatz verwendeten. Sind damals zwei Fahrzeuge mit unterschiedlichen Kotflügeln beschafft worden oder ist bei einem der Fahrzeuge nachträglich der Kotflügel verändert worden?
Vielleicht gibt es einen Münchener Spezialisten, der hier weiterhelfen kann.

Gruß Ulrich