Verfolgt man die Entwicklung der Wuppertaler ÖWSF auf Basis des Fahrzeugs von Schörling über das auf MB 1424 aufgebaute Fahrzeug von Schrader, so ist die von dir eingebrachte Anmerkung absolut richtig Wolfgang. Das ÖSF von Holzmann hat mit seinen Vorgängern nichts gemeinsames mehr. Nicht einmal die offizielle Bezeichnung, in der nun das "W" fehlt! Einzig der Einsatzzweck ist über alle drei Generationen und die Jahrzehnte identisch geblieben.Wolfgang Brang hat geschrieben:Im Original stelle ich es mir nicht unbedingt spassig vor mit einem solch riesigen hinteren Überhang durch die Stadt zu fahren.
Eine kurze Info zu den einzelnen Fahrzeugen:
Das ÖWSF von Schörling war ja bekanntlich ein Prototyp, der seiner Zeit weit voraus war. Im Alltag bewährte es sich zwar insgesamt über all die Jahre seiner Dienstzeit, doch waren die Tankkapazitäten (Frischwasser, Reinigungszusatz und Schmutzwasser) in jeder Hinsicht zu klein!
Lange Ölspuren mussten ggf. nach einer Tankentleerung/Tankbefüllung mehrfach angefahren werden.
Diese Probleme traten beim ÖWSF von Schrader durch größere Tanks (ebenfalls Frischwasser, Reinigungszusatz und Schmutzwasser), die durch das größere Fahrgestell ermöglicht wurden, nicht mehr resp. nicht so schnell auf. Eine Handlanze sowie ein händisch zu bedienender Sauger ermöglichten es zudem, Ölverschmutzungen zu beseitigen, die nicht direkt mit dem nun deutlich größeren Fahrzeug angefahren werden konnten.
Das im Vergleich zu seinen Vorgängern nun wahrlich "gigantische" ÖSF von Holzmann ist speziell für das Wuppertaler Einsatzgebiet mit seinen immer wieder auftretenden kilometerlangen Öl- und Dieselspuren - verursacht bspw. durch Linienbusse, Müllwagen sowie LKW und Baumaschinen (auch auf den zu betreuenden Autobahnen) - beschafft worden! Zudem erfüllt es eine sehr wichtige Forderung der Beschaffer: Es verfügt nicht mehr über Reinigungszusätze. Es wird lediglich mit Wasser und extrem hohen Drücken von bis zu 2300 bar gearbeitet/gereinigt.
So ist es möglich, mit nur einem Beamten problemlos und sicher dieses häufige Einsatzszenario abzuarbeiten.
Für kleine Ölspuren in der Innenstadt und den Nebenstraßen ist dieses Fahrzeug konkret nicht gedacht und beschafft worden. Solche Einsatzstellen werden wie in ganz alten Zeiten (sprich in Wuppertal vor 1988 [Indienststellung des Prototyp von Schörling]) von der Besatzung des GW-ÖL abgearbeitet. Nach Bedarf mit Unterstützung des Umweltschutzzug der FF Wuppertal.
Während die ÖWSF von Schörling und von Schrader ihren Standort stets auf der Feuer- und Rettungswache 2 in Wuppertal Barmen hatten, erfolgte mit dem Fahrzeug von Holzmann aus Platzgründen eine Verlegung der Stationierung auf die Hauptfeuer- und Rettungswache nach Wuppertal Elberfeld. Inklusive der an diesem ÖSF ausgebildeten Stammbesatzung, da dieses große und komplex zu bedienende Fahrzeug nicht von allen FM (SB) besetzt wird.
Viele Grüße
Jens