Hallo,
dann will ich auch nochmal versuchen, zur Klärung beizutragen:
1. Es heißt wohl beides "Wenderohr" - die Variante mit Seilbedienung vom Boden und die zum Aufstecken / Anbauen am Korb.
2. Wir (FF Peine) hatten fast genau die gleiche Ausführung der Magirus-Drehleiter auf Deutz "D" wie die FF Hameln, mit Staffelkabine, Kraneinrichtung usw., nur etwas neuer - Baujahr 1978, i.D. Januar 1979 - und mit etwas mehr "Bums" - 232 D 14 F, mit dem V8-Motor F8L413 (Hameln Baujahr 1976 und 170 D 12 F).
Die Ausführung des Rettungskorbs RK 180 HZ und des Wenderohrs war ebenfalls gleich: Das Wenderohr wurde in der von Ulrich gezeigten, alten Variante (es gab den RK 180 HZ auch schon mit der Multifunktionssäule, wie sie sich bis heute an den Magirus-Körben findet, in die das Wenderohr in der neueren / aktuellen Ausführung einfach von oben eingesteckt wird) mit einem kurzen Dorn seitlich in die Nabe des "Geweihs" / der Aufhängung des Korbs eingeführt und dann oben am Geweih mit einem Steckbolzen fixiert, der B-Schlauch wurde dann direkt an die B-Kupplung am Ende des Rohres angekuppelt. Die Bügel zum Übersteigen mussten dazu nicht abgenommen werden, sie waren bei uns auch gar nicht nicht abnehmbar (diese Ausführung gab es auch, notwendig z.B. für den Anbau einer Krankentragenhalterung; hatten wir aber nicht). Das Wenderohr war so über den Hebel nur in vertikaler Ebene beweglich, horizontale Bewegungen, wie bei der aktuellen Ausführung, waren nicht möglich. Übrigens hatte das Wenderohr sehr wohl ein Mundstück, dieses war nur mit der C-Kupplung kombiniert.
Zusätzlich hatte unsere Drehleiter auch das alte Wenderohr, das an den obersten beiden Leitersprossen, zentriert durch einen "Nupsi" (wie nennt man denn das Ding..?), fixiert und mit einem Steckbolzen gesichert wurde. Wie Christian völlig richtig schreibt, wurde dieses Wenderohr dann per Seil vom Boden gegen eine starke Feder geneigt (was auf Dauer ziemlich anstrengend war...).
Bezüglich dieses alten "Seilzug-Wenderohrs" habe ich eben mal bei BOS-Fahrzeuge.info geforscht: Bei den Eckhaubern und den Drehleitern auf "D" mit dem alten Leiterstuhl muss dieses Wenderohr wohl irgendwo im Aufbau verlastet gewesen sein. Mit dem U-Leiterstuhl (Unterflur) wanderte es dann nach hinten (in Fahrtrichtung) rechts an den Leiterstuhl. Beispiele für Magirus-Drehleitern die (ebenfalls) mit beiden Wenderohr-Varianten ausgerüstet waren:
FF Roding, Baujahr 1973
FF Lenggries, Baujahr 1977
FF Isny, Baujahr 1982
FF Barmstedt, Baujahr 1984 - einer der ersten MK!
Übrigens verfügten fast alle Drehleitern mit dem U-Leiterstuhl, die ich grade bei BOS.info gesichtet habe, über die Halterung für das "Seilzug-Wenderohr", auch wenn sie anscheinend / offensichtlich gar nicht damit ausgestattet waren.
Zuletzt zu den Roco-Modellen bzw. den Zurüstteilen, die den DLK mit U-Leiterstuhl beiliegen: Das Wenderohr mit Anbringungsort hinten rechts ist vorbildgerecht, wenn es auch nicht unbedingt zu dieser Zeit noch besonders verbreitet war (siehe vorstehend). Das Wenderohr für den Korb in der alten Ausführung - siehe Ausgangsfrage - ist freilich äußerst eindimensional geraten. Wie man anhand der Bilder von Ulrich sehen kann, war dieses Teil ziemlich dreidimensional und müsste sich eigentlich am Geweih des Korbes orientieren.
Gruß
Daniel
Edit: Link, siehe unten.